Foto: Schönfeld

Lesung mit Renan Demirkan

Nachricht 02. November 2018

Am Vorabend des Reformationstages hatte das Begegnungszentrum St. Nikolai zu einer Lesung mit der Schauspielerin und Autorin Renan Demirkan eingeladen – und den großen Saal des Hauses gut gefüllt. Renan Demirkan ist seit mehreren Jahren zum Thema „Demokratie“ unterwegs und hat als Mit- Herausgeberin eine Sammlung von Texten unter dem Titel „Wenn ich mir was wünschen dürfte…Impulse für eine Demokratie der Moderne “ veröffentlicht.

„Das Gegenüber ist für mich nie etwas Fremdes oder Bedrohliches, sondern immer eine Ergänzung,“ so fasste Demirkan in ihrer Einleitung ihre Haltung kurz zusammen. Sie spitzte ihre Meinung auf den Begriff „Respekt“ zu, der sehr viel mehr umfasse als Toleranz. „Respekt beruht auf der Gleichrangigkeit der Menschen, während es bei der Toleranz ein Gefälle gibt. Respekt versucht, den anderen zu verstehen. Das Verstehen ändert die Haltung eines Menschen – das ist manchmal sogar ganz körperlich zu sehen,“ erklärt Renan Demirkan, die es als Schauspielerin gewohnt ist, auch Körper und ihre Haltungen zu lesen. „Dieser Umgang des Verstehens muss trainiert werden wie ein Muskel,“ meint sie, “ich muss mich selbst verstehen und den anderen.“

Die von ihr ausgewählten und gelesenen Texte beinhalteten Wünsche und Ideen für ein besseres Zusammenleben in der Gesellschaft. Da ging es um soziale Teilhabe durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, um Zukunftsräte in den Städten und um die hervorragenden Grundlagen, die das Grundgesetz gelegt hat.

In der anschließenden regen Diskussion ging es um Vorschläge, wie mehr Teilhabe aussehen kann und die Demokratie gewahrt und gefördert werden kann – von Anfang an, beginnend mit den Kindern in der Kita und an den Schulen. „Kinder müssen in der Schule nicht mehr enzyklopädisches Wissen lernen, sondern wie sie mit Konflikten umgehen können und wie sie mit den digitalen Welten zurechtkommen und ihre emotionale und soziale Kompetenz trainieren,“ forderte die Autorin. Am Büchertisch wurde vielfach von der Gelegenheit Gebrauch gemacht, ein von Renan Demirkan signiertes Buch zu erwerben.

Für das Begegnungszentrum St. Nikolai waren der Abend und das vorangegangene Programm am Nachmittag ein großer Erfolg auf dem Weg, in den Stadtteil und die Stadt hinein zu wirken mit Ideen und Aktionen, die ein Miteinander fördern.

Von links: Silja Wesselmann, Assion Lawson, Fulko Steinhausen, Neele Scholwin, Lutz Brockmann, Volker Kriedel, Renan Demirkan, Renate Werth, Holger Hermann, Anika Meinike, Marion Werth, Rosi Bysäth, Sibylle Egner (Foto: Antje Haubrock-Kriedel)